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"Vieles kann der Mensch entbehren, nur den Menschen nicht"

Ludwig Börne

Interkulturelles Nachbarschaftsnetz - Wir sind da - beim DRK

Vielen älteren Migranten fehlen Informationen über Angebote, Dienstleistungen und Pflege in Ludwigsburg und im Landkreis. Die Idee des Projektes ist es, alte Menschen mit und ohne Migrationshintergrund im Alltag zu begleiten und zu unterstützen. Einen besonders guten Zugang können hier freiwillig Engagierte mit gleichen kulturellen Hintergrund finden – wissen sie doch um die entsprechenden Gepflogenheiten und Bräuche.

Entsprechend geschult gehen sie in die Haushalte, stellen mögliche Dienstleistungen vor, und unterstützen dabei, der Vereinsamung der SeniorInnen entgegen zu wirken, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten und Sprachdefiziten als Hemmschwelle entgegenzuwirken.

Ausgangssituation

Im Landkreis Ludwigsburg leben eine hohe Anzahl an Menschen mit Migrationshintergrund, mehrheitlich aus türkischen und russischen Einwanderungsgebieten. Viele der vor Jahren eingewanderten Migranten sind nun bereits im Rentenalter oder werden bald verrentet. Da sich viele Migranten dafür entscheiden, auch ihren Lebensabend in der Nähe ihrer Familie in Deutschland zu verbringen, ergeben sich viele neue Herausforderungen für Pflege- und Betreuungseinrichtungen. Die eigenen Kinder stehen als Pflegekräfte nicht zur Verfügung oder können eine Alltagsbegleitung nicht vollständig gewährleisten. Viele ältere Migranten vereinsamen deshalb, gesundheitliche Einschränkungen, Sprachdefizite und
fehlendes Wissen über vorhandene Hilfsstrukturen verstärken die Problematik zusätzlich.

Der DRK Kreisverband Ludwigsburg e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, verstärkt auf die Bevölkerungsgruppe älterer Migranten zuzugehen und ihnen durch speziell zugeschnittene Angebote den Weg zu weiteren Hilfsangeboten des DRK oder auch anderer Anbieter zu öffnen.

Ziel des Projektes

Ziel des Projektes ist der Aufbau eines Begleit- und Besuchsdienst im Alltag in Ergänzung zu den bestehenden professionellen Pflege- und mobilen Diensten. Freiwillige – am besten muttersprachliche – Nachbarschaftshelfer unterstützen Lebensqualität zu Hause in den pflegenden Familien und sorgen für Teilhabe im Wohnumfeld und in der Alltagsgestaltung, regen Selbsthilfe mit Betroffenen an, fungieren als Dolmetscher im Kontakt mit Institutionen und professionellen Partnern rund um Pflege- und Versorgungsfragen und helfen so, mögliche Hemmschwellen für ältere Migranten abzubauen.

Was wurde erreicht

In unterschiedlichen Projekten wurden erfolgreiche Kontakte insbesondere zu türkischen Vereinen und Gruppierungen und auch zur Stadt geknüpft.

Durch den Austausch mit verschiedensprachigen Ärzten in Ludwigsburg und Umgebung konnten durch Information und Empfehlung neue Nutzer der Nachbarschaftshilfe gefunden werden.

Die ständige Präsenz in der Öffentlichkeit – unter anderem bei interkulturellen Festen – und die konsequente Präsentation bei Kooperations- und Netzwerkpartnern hat das Projekt eine sehr gute Wahrnehmung in Ludwigsburg und im Landkreis erreicht. Erste Nachahmer
gibt es bereits in Korntal.

Unterstützung gibt es auch für weniger wohlhabende Menschen: Der DRK bietet potentiellen Nutzern für die Überbrückung der Zeit, bis gesetzliche Ansprüche geltend gemacht werden können, eine finanzielle Unterstützung. Dafür werden laufend Spenden akquiriert. Auch hierzu gibt es Information und Unterstützung durch das Projekt.

Die zahlreichen Schulungen, Vorträge und Qualifizierungen für die Freiwilligen haben neben der Information noch einen anderen positiven Effekt: Durch die vielen begeisterten Rückmeldungen der Teilnehmer konnten weitere Freiwillige gewonnen werden.

Was ist geplant

Durch das BesT-Projekt konnten sich auch Bereiche innerhalb des DRK weiterentwickeln: So ist für den Bereich des Ambulant Betreuten Wohnens geplant, Mitarbeiter mit Migrationshintergrund einzusetzen, um auch hier Zugänge in andere Kulturkreise zu ermöglichen.

Die regelmäßigen Treffen mit Freiwilligen und betreuten SeniorInnen werden weitergeführt, die ersten Treffen haben großen Anklang gefunden. Die Treffen entwickeln sich zunehmend auch zu Informationsveranstaltungen für Interessierte, die aktuell zwar keine
Hilfe benötigen, sich aber gerne informieren wollen und auch die Menschen, die sich engagieren, kennenlernen wollen.

Weitere Nationalitäten sollen gezielt angesprochen werden und sowohl Nutzer wie auch Freiwillige akquiriert werden. Aktuell erfolgt die Umsetzung der Werbematerialien auf russisch. Unter den aktuell 22 Freiwilligen sind bereits sechs Sprachen vertreten. Vier unterschiedliche Nationalitäten werden betreut.

Innovationspotential

Zugang für Menschen mit Migrationshintergrund zu den lokalen und gängigen Hilfsangeboten zu finden, die bislang durch Unwissen und auch Sprachbarrieren verschlossen blieben. Im nächsten Schritt auch Einlass zu finden, ohne aufdringlich zu sein. Eine Kulturkompetenz ist die Basis für gegenseitige Vertrauensbildung und Respekt.

Der frühzeitige Kontakt zu Familien mit hochaltrigen Angehörigen ermöglicht Information zu verfügbaren Dienstleistungen. Langfristige und auch kostenoptimierte Betreuungsmöglichkeiten können hierdurch aufgezeigt werden. Über Einstigsbegleitungen zu Arztterminen finden sich Tandems, die auch anderen gemeinsamen Beschäftigungen, wie z.B. Einkäufen oder Ausflügen nachgehen.

Erste Erkenntnisse

Nutzer für die Dienstleistung zu finden ist immer noch unerwartet schwierig. Unkenntnis ist die größte Hemmschwelle. Viele Kinder wissen nicht, wie sie Eltern im Alltag unterstützen sollen und wie sie sich selbst entlasten können und dürfen. Hier braucht es noch Zeit, damit in Migrantengruppen die Informationen in der eigenen Art und Weise verbreitet werden können und so die Akzeptanz in diesem Umfeld wachsen kann.

Mund-zu-Mund-Propaganda ist die beste Möglichkeit, sich unterschiedliche Kulturkreise zu erschließen. Immer wieder haben freiwillig Engagierte Interesse zu helfen, aber es passt von der Sprache oder von der zeitlichen Einteilung her nicht. Diese Interessierten haben aber meist Zugang zu Kirchengemeinden oder anderen Gruppen in ihrer Kultur und sind häufig und gerne bereit, Informationen weiter zu geben und Kontakte zu vermitteln.

Infotag 11/2014

Infotag: „Pflege muss passen – für alle“
Am 27. November 2014 besuchte Ministerin Frau Altpeter unseren Stand.

Interkulturelles Fest 09/2014

Interkulturelles Fest in Ludwigsburg

Kontaktdaten

DRK KV Ludwigsburg e.V.
Alt-Württemberg-Allee 41
71638 Ludwigsburg

Leiterin Abt. Sozialarbeit
Monika Mösle
Telefon: 07141/121234
E-Mail schreiben

 

Projektdurchführung
Latife Üstü
Telefon: 07141/121234
E-Mail schreiben

Pressemappe

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