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Seniorenbegleitdienst in der Neckarstadt-West

Der Ehrenamtliche Seniorenbegleitdienst Neckarstadt-West möchte allein lebende Seniorinnen und Senioren beim Erhalt ihrer Mobilität unterstützen und ihnen eine dauerhafte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erleichtern.

Die freiwilligen Begleiter besuchen „ihre(n)“ Senior(in) einmal pro Woche im Rahmen einer Begleit-Patenschaft und unterstützen dabei, soziale, kulturelle oder sonstige Angebote im lokalen Umfeld aktiv zu nutzen. Sie sorgen für einen sicheren Weg zur Veranstaltung und zurück und fungieren als „Türöffner“ zur Umwelt, Gesprächspartner und Vertrauensperson.

Ausgangssituation

Die Neckarstadt-West wird in der Sozialraumtypologie Mannheim in der Kategorie 5 geführt und ist somit als Stadtteil mit besonders hoher Problemlage zu betrachten. Alte Menschen möchten aber auch hier möglichst lange in ihren angestammten Wohnungen bleiben und ein selbstbestimmtes Leben führen. Auf Seiten öffentlicher, gemeinnütziger und kommerzieller Anbieter gibt es bereits viele – insbesondere pflegerische und haushaltsbezogene – Unterstützungsleistungen.

Angebote, die eine attraktive Freizeitgestaltung ermöglichen, fehlen jedoch fast vollständig. Der Ehrenamtliche Seniorenbegleitdienst Neckarstadt-West möchte den Menschen im Stadtteil Sicherheit und Begleitung genau in diesem Bereich anbieten: z.B. bei Cafébesuchen, Gottesdiensten, Theateraufführungen oder auch Bewegungsangeboten.

Ziel des Projektes

Die Begleitung von Senioren zu außerhäuslichen Aktivitäten – speziell auch mit dem Anspruch, kulturelle Angebote nutzbar und zugänglich zu machen oder zu erhalten. Die Neckarstadt-West hat einen Migrationsanteil von über 70%. Die vielfältigen Kulturkreise mit einzubeziehen und im Rahmen des Mehrgenerationenhauses ein buntes Angebot zu schaffen ist ein weiteres Ziel und soll in einem nächsten Schritt ausgebaut werden.

Was wurde erreicht

Nach Abschluss der konzeptionellen Phase wurden die Inhalte für die Freiwilligenschulung erarbeitet. An der Informationsveranstaltung nahmen insgesamt 14 Personen teil, 12 davon haben die Kursangebote zu den Themen „Älterwerden in Deutschland und Mannheim“, „Kommunikation in der Arbeit mit SeniorInnen“, „Bürgerschaftliches Engagement in der Seniorenarbeit“ und „Unterwegs mit SeniorInnen - Außerhäusliche Aktivitäten“ wahrgenommen, abgeschlossen und sich als freiwillig Engagierte zur Verfügung gestellt.

Nach den Schulungen wurden die Teilnehmer zu bevorzugten Einsatzgebieten und Interessen befragt, um bestmögliche Abgleiche mit den potentiellen SeniorInnen zu ermöglichen. Im Rahmen eines „Kennenlern-Cafés“ trafen insgesamt ca. 30 Personen – SeniorInnen und Freiwillige – aufeinander und lernten sich kennen. Nach dem Kennenlern-Café wurden von der Koordinierungsleitung „Paare“ gebildet und erste Termine vereinbart.

Für die Veranstaltung wurde ein Abhol- und Rückfahrdienst für die Senioren von den Freiwilligen eingerichtet. Bereits dort konnten sich zwei „Begleitungspärchen“ finden.

Bei den Erstgesprächen in der Häuslichkeit der Senioren ist meist eine Person vom Projektteam dabei. Aus der ersten Qualifizierungsrunde konnten sich bereits 10 Tandems bilden, die regelmäßig im Einsatz sind.

Eine zweite Schulungsreihe für Freiwillige fand im August 2014 statt. 13 Personen haben die Weiterbildungsreihe in Anspruch genommen, es konnten insgesamt 7 Engagierte gewonnen werden, die zwischenzeitlich in Tandems unterwegs sind.

Für die Bewerbung und Ansprache von freiwillig Engagierten und SeniorInnen wurden Flyer, Folder und Plakate entwickelt und auch innerhalb des Quartiers verteilt und an prominenten Stellen ausgehängt. Auch auf der Webseite des Mehrgenerationenhauses wurde eine Übersichtsseite eingerichtet.

Das Projekt wurde in verschiedenen Gruppen in Mannheim vorgestellt, z.B. bei der Seniorengruppe der Seniorenberatung des MGH, beim „Fachtag Migration und Gesundheit“ des MGH, der Stadtteilgruppe Neckarstadt-West und beim Neujahrsempfang der Stadt Mannheim. Initiiert durch die Sozialplanung der Stadt Mannheim konnte das Projekt auch beim Stadtpflegeausschuss Mannheim vorgestellt werden.

Was ist geplant

Für die freiwillig Engagierten sind externe Fortbildungsschulungen durch Fachpersonal des Geriatrischen Konsils geplant. Die Netzwerkarbeit und auch die Öffentlichkeits- und Pressearbeit werden weiter ausgebaut, bestehende Kontakte sollen verstärkt werden. Die teilnehmenden SeniorInnen sollen vor allem durch persönliche Gespräche begleitet werden.

Innovationspotential

Die Förderung sozialer Gesundheit und die Reintegration in das Gemeinwesen Neckarstadt – unabhängig von Status, sozialer und kultureller Herkunft ist ein innovativer Ansatz. Speziell ältere Einwohner sollen sich gut eingebunden wissen und auch im hohen Alter in der Neckarstadt wohnhaft bleiben können. Die Motivation zur (Wieder-)Nutzung individueller Ressourcen ist sehr wichtig.

Für die als sozial benachteiligt zu bezeichnende Gruppierung älterer Menschen im Stadtteil ist migrationssensibel eine Möglichkeit geschaffen worden, im Stadtteil von einem Mehr an Miteinander zu profitieren.

Erste Erkenntnisse

Die Tandembildung verbindet und hat günstige Effekte auf die älteren Tandempartner. Es zeigt sich, dass die gemeinsamen Erlebnisse Chancen eröffnen und auch bisher unerkannte Fähigkeiten noch vorhanden sind.

Darüber hinaus ist festzustellen, dass eine Sensibilisierung für Bürgerschaftliches Engagement im Umfeld des MGH stattgefunden hat. Auslöser waren hier hauptsächlich die Teilnehmer der Kennenlern-Cafés, die sich zwar nicht an den Tandems beteiligt haben, sich jedoch in einer freieren Form des Miteinanders engagiert haben. Es entwickeln sich über diesen Weg eigene, sich gegenseitig unterstützende Interessengruppen. Eine Vermischung und gegenseitige Hilfe über die Kulturen hinweg ist zu beobachten.

Die Tandembildung bot den Einstieg in die Ausweitung des freiwilligen Engagements, bezieht sich jedoch nur auf einen begrenzte Anzahl von Personen. Der inzwischen größere Anteil des bürgerschaftlichen Miteinanders wird selbstorganisiert. Die Begengungsstätte
Mehrgenerationenhaus ist so zur Anlaufstelle und zum Zentrum eines freiwilligen „Gebens und Nehmens“ geworden.

Kontaktdaten

Mehrgenerationenhaus Neckarstadt
Alphornstraße 2a
68169 Mannheim

Roland Greiner
Telefon: 0621/3383732
E-Mail schreiben

Pressemappe

Alle ausführlichen Projektinfos finden Sie hier!