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Ich schau vorbei, versprochen! - Besuchsdienst in der Gemeinde

Niemand ist gerne allein! Auf Basis dieser Feststellung engagieren sich viele Menschen inder Gemeinde Rielasingen-Worblingen und der Stadt Singen. Kontaktbedürfnisse einsamer Menschen über den üblichen Geburtstags- oder Krankenbesuch hinaus übersteigen das derzeitige Angebot weit.

Gefragt sind hierbei Begegnungen im eigenen Haushalt ebenso wie die Kontaktpflege außer Haus. Um diese verbindlich zu ermöglichen sollen die bestehenden Besuchsdienste gestärkt, qualifiziert und teilweise neu organisiert werden. Auch der Aufbau eines häuslichen Betreuungsdienstes bei der Sozialstation St. Verena istgeschafft.

Ausgangssituation

Im Einzugsgebiet engagieren sich ca. 200 Freiwillige in unterschiedlichen Besuchsdiensten, die großes Interesse an Qualifizierungsangeboten haben. Hinzu kommt der Bedarf aneinem verbindlich abrufbaren Häuslichen Betreuungsdienst in der Gemeinde Rielasingen-Worblingen.

Ziel des Projektes

Unter dem Titel „Ich schau vorbei, versprochen! Besuchsdienst in der Gemeinde“ ist das Ziel der Initiative, ein Leben in den eigenen vier Wänden trotz Pflegebedürftigkeit durch aufsuchende Dienste so lange es geht zu ermöglichen.

Was wurde erreicht

Bei einer Auftaktveranstaltung im September 2013 wurden das Projekt und die angestrebten Ziele bei guter Beteiligung vorgestellt und freiwillig Engagierte gesucht, die sich mit Ihrer Erfahrung gerne einbringen wollten. Parallel dazu wurden Qualifizierungsangebote ausgearbeitet, um die Ehrenamtlichen bedarfsgerecht zu begleiten.

Am 11. Oktober 2013 fand das 1. Fachthemen-Café statt. Eingeladen waren zunächst die MitarbeiterInnen der bestehenden Besuchsdienste aus Rielasingen, Worblingen, Arlen, Bohlingen, Überlingen und Singen, des HelferInnenkreises, des Ehrenamtlichenkreises von St. Verena sowie Interessierte. Der Nachmittag zum Thema „Lebendige Begegnung“ bot neben Fachwissen und Info auch Stärkung für Körper, Geist und Seele in Form von Einzelarbeit und Gruppengesprächen. Das Fazit der gelungenen Veranstaltung: Zukünftig sollen 3 dieser Termine im Jahr angeboten werden.

Ebenfalls im Oktober 2013 startete die 1. Schulung für MitarbeiterInnen des Häuslichen Betreuungsdienstes. 13 Frauen und ein Mann wurden bis Ende Januar für diese Tätigkeit vorbereiten. Themen der Schulung waren unter anderem Gast sein, Alt oder Jung – aber krank, Demenz, Religiöse Aspekte, Kommunikation, Vorsorge, Hilfestellungen für die Praxis, Beschäftigungs-möglichkeiten, Angehörige und Abschied.

Die ersten Einsätze fanden Ende Januar 2014 statt. Dabei wurde deutlich, wie hilfreich die Berufs- und Lebenserfahrungen der freiwillig Engagierten für diese Arbeit sind.

Im Februar fand ein Treffen mit den Leitungen aller uns bekannten Besuchsdiensten in den Gemeinden und Pfarreien statt.

Das 2. Ökumenische Fachthemen-Café fand am 4. April mit dem Thema „Wenn die Welt kleiner wird - Vom Umgang mit Einschränkungen und Hilfsmitteln“ statt. Auch hier gab es eine rege Beteiligung mit rund 20% mehr Besuchern als im Oktober und vielen Bitten für eine Einladung zu den weiteren Cafés.

Mitte 2014 wurde ein Flyer für den Häuslichen Betreuungsdienst erstellt und mit einem Zwischenbericht an die Multiplikatoren versandt.

Am 17. Juli 2014 fand das 3. Ökumenische Fachthemen-Café zum Thema „Demenz – einfühlen, verstehen, kommunizieren“ statt.

Zum Weltalzheimertag am 21. September 2014 fand wie bereits im Jahr zuvor in St. Elisabeth ein Ökumenischer Gottesdienst statt, der mit einem Infostand der Alzheimer Gesellschaft BW ergänzt wurde. Am 26. September 2014 fand ein Ökumenischer Gottesdienst zum Weltalzheimertag in St. Verena mit dem Thema „Gott heiligt Euch“ statt.

Auf einem Fachtag mit dem Thema „Altenheimseelsorge“ wurde das Projekt vorgestellt. Ein Treffen zur weiteren Projektplanung für die Seelsorgeeinheit und Stadt Singen fand im Oktober statt.

Am 30. Oktober 2014 konnte das 4. Ökumenische Fachthemen-Café mit dem Thema „Abschied zu Lebzeiten“ erfolgreich durchgeführt werden.

Im Dezember gab es Treffen mit den Heimleitungen des Michael-Herler-Heims und des Emil-Sräga-Hauses mit der Zielsetzung, die Besuchsdienstarbeit in diesen zwei Heimen im Einzugsgebiet der Pfarrgemeinde St. Elisabeth zu verbessern. Erste Einsätze des Heimteams
erfolgten im Januar und finden seither monatlich statt.

Am 27. Februar 2015 fand das 5. Ökumenische Fachthemen-Café mit dem Thema „Nähe und Distanz – wo sind meine Grenzen“ statt.

Weitere Treffen der Besuchsdienstmitarbeiter/innen sowie Kommunionhelfer/innen der Seelsorgeeinheit in Singen sowie mit den Koordinatorinnen des Hospizvereins Singen und Hegau e.V. bzgl. der Möglichkeiten zu einer (engeren) Vernetzung fanden statt.

Was ist geplant

Die Überarbeitung des Verteilers für die Fachthemen-Cafés ist erfolgt, hier sollen die ev. Gemeinden noch mehr eingebunden werden.

Für den 3. Juli 2015 ist das 6. Ökumenisches Fachthemen-Café mit dem Thema „Früher und heute verbinden – Hilfreiche Zugangsmöglichkeiten für den Besuchsdienst“ geplant. Ebenso wieder Gottestdienste zum Weltalzheimertag in St. Verena und St. Elisabeth.

Für den November 2015 ist ein 7. Ökumenisches Fachthemen-Café geplant. Als Referentinnen konnten die Koordinatorinnen des Hospizvereins Singen und Hegau e.V. gewonnen werden. Gespräche mit dem Bürgermeister der Gemeinde Rielasingen-Worblingen, mit dem Oberbürgermeister der Stadt Singen, mit der Pfarrern der Seelsorgeeinheiten Singen und Aachtal sowie mit dem Landkreis Konstanz zur dauerhaften Sicherung der Angebote „Häuslicher Betreuungsdienst“ und der „Fachthemen-Cafés“ sind angestrebt. Auch die Klärung der Zusammenarbeit der Kooperations- und Netzwerkpartner über das Ende des Modellprojekts hinaus sind angedacht.

Ab Oktober wird es dreimal jährlich ein Einsteigerwochenende für neue MitarbeiterInnen im Häuslichen Betreuungsdienst geben.

Innovationspotential

Innovativ sind die zwischenzeitlich sechs Fachthemens-Cafés mit zunehmender Teilnehmerzahl (bis zu 60 Personen), die ca. alle drei Monate zu einem unterschiedlichen Fachthema stattfinden. Die Fachthemen-Cafés bieten niederschwellige Qualifizierungsangebote für Engagierte mit Fachinformationen, Austauschmöglichkeit, Erleben von Gemeinschaft und dem Blick auf religiöse Aspekte im Ehrenamt. Durch die Regelmäßigkeit des Angebots konnten Frauen und Männer aus verschiedenen politischen und kirchlichen Gemeinden erreicht werden.

Erste Erkenntnisse

Wenn wir mit dem Projekt noch einmal von vorne anfangen könnten, würden wir die Fachthemen-Cafés auf jeden Fall wieder ins Leben rufen. Der Mut zur Verknüpfung unterschiedlicher Gruppen, aus mehreren Gemeinden und Pfarreien, konfessionsübergreifend und sehr nah am Bedarf der Zielgruppe orientiert, hat sich ausbezahlt.

Aus heutiger Sicht wäre es sinnvoll, die Schulungen für den Häuslichen Betreuungsdienst erst dann zu beginnen, wenn die Rahmenbedingungen für die sich daran anschließende Mitarbeit geklärt sind. Durch die unklare Zwischenzeit haben sich mehrere Kursteilnehmer anderweitig orientiert.