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Mobilität trotz Einschränkungen – eine Bürgersache?

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Interessierte und Engagierte,

der demographische Wandel, Änderungen in der Arbeitswelt, im Freizeitverhalten sowie in den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verändern unseren Verkehr rasant und stellt gerade im Ländlichen Raum den ÖPNV vor große Herausforderungen. Um dieser Situation auf dem Land besser gerecht zu werden, sind neue Konzepte gefragt. Es sind dabei vor allem solche Ideen gefragt, die es ermöglichen, vom Umfang her kleinere Verkehrsströme in Stadtrandbereichen, in kleineren Gemeinden und in ländlichen Regionen, abseits der regionalen Achsen, besser zu bedienen. Nötig sind aber nicht nur geeignete Angebotskonzepte, sondern auch neue Organisationsformen und Wege der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Mobilitätsanbietern.

Ehrenamtlich getragene Mobilitätsdienste - Bürgerbusse, Bürgerrufautos und Fahrdienste - sind ein Beispiel für ein solches Konzept. Schon heute bestehen im Land etwa 100 Angebote dieser Art, vor allem in den ländlichen Räumen. Sie verbinden Engagement mit dem Thema Mobilität. Durch die Kombination von Ehrenamt, Ortskenntnis und durch Kooperation mit Gemeinden, örtlicher Wirtschaft und Verkehrsunternehmen können sie Anschlüsse zum Verkehrsangebot in Bus und Bahn bieten sowie Verbindungen zu ortsnahen Zielen sichern.

"Das Land wird die kreative Beteiligung ehrenamtlich Tätiger im Bereich des Öffentlichen Verkehrs weiter unterstützen. Das ehrenamtliche Engagement soll sichtbar gemacht, anerkannt und verstärkt werden. Die Trägervereine von Bürgerbussen können im Rahmen der haushaltsrechtlichen Möglichkeiten vom Land eine anteilige Finanzierungsbeihilfe bei der Beschaffung notwendiger Fahrzeuge erhalten." (MUV: Generalverkehrsplan Baden-Württemberg 2010, S.133)

Mit Bürgerbussen und anderen ehrenamtlich organisierten Systemen soll die Erreichbarkeit vor allem in den ländlichen Räumen Baden-Württembergs weiter gefördert werden. Sie leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der örtlichen Identität und sozialen Gemeinschaft.

Das Grundlagenpapier "Bürgerbusse und Gemeinschaftsverkehre - Bausteine der ländlichen Mobilität in Baden-Württemberg" ist ein Schritt auf diesem Weg. Es beschreibt Kriterien, mit denen sich die vielen möglichen Einzellösungen sinnvoll in den Gesamtkontext der öffentlichen ländlichen Mobilität einfügen lassen. Das Papier soll zugleich Leitlinie und Diskussions-grundlage sein, um weitere Maßnahmen in diesem Bereich zu entwickeln.

In diesem Newsletter wollen wir Ihnen einen kurzen Überblick über die unterschiedlichen Konzeptansätze geben und Ihnen gelungene Beispiele vorstellen, die freiwilliges Engagement für die Mobilität in Zusammenarbeit mit der Kommune gut umgesetzt haben.

Ausführliche Informationen zur ländlichen Mobilität und den Bürgerbussen finden Sie im Grundlagenpapier "Bürgerbusse und Gemeinschaftsverkehre – Bausteine der ländlichen Mobilität in Baden-Württemberg" und im "Praxisleitfaden Bürgerbusse".

Zusätzlich finden Sie in diesem Newsletter ein Informationsblatt mit Fragen und Antworten zum gesetzlichen Unfallversicherungsschutz der häuslichen Pflegeperson.

Die Konzeptansätze für ländliche Mobilität – eine Übersicht

Alle Konzeptansätze sollen das vorhandene Nahverkehrsangebot sinnvoll ergänzen. Der Angebotsumfang und das Verkehrsgebiet werden je nach örtlichen Verhältnissen und Möglichkeiten festgelegt, ebenso die Verteilung der praktischen Aufgaben und die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten.

Bürgerbus – ein ehrenamtlich betriebener Kleinbus, der im öffentlichen Linienverkehr eingesetzt wird
Der Bürgerbus verfügt über 8 Fahrgastplätzen und ergänzt in enger Abstimmung mit dem sonstigen ÖPNV den öffentlichen Linienverkehr mit Genehmigung nach PBefG. Er verfügt über einen festen Tarif und bietet eine möglichst barrierefreie Nutzung. Die typischen Einsatzbereiche sind die Kleinstadt-Umland-Verbindung oder der Verkehr zwischen Nachbarorten oder der "kleine Stadtverkehr".

Bürger(ruf)auto – verkehrt nach Vorbestellung flexibel in einem begrenzten Gebiet
Das Bürger(ruf)auto ist meist ein PKW, Großraum-PKW oder Kleinbus, das zur Vermeidung von Konkurrenz einen deutlichen Abstand zum normalen Linienverkehr hält. Es dient dem öffentlichen Verkehr für alle Bevölkerungsgruppen und fährt Haltestellen oder auch direkt die Haustüre an. Das Bürger(ruf)auto benötigt eine Telefonzentrale mit entsprechender Disposition sowie eine Genehmigung nach PBefG (mit Tarif) oder eine "Freistellung" (mit Unkostenbeitrag/Spende).

Sozialer Bürgerfahrdienst – bedarfsgesteuerter Fahrdienst für bestimmte Gruppen und/oder Zwecke
Ein privater PKW oder von der Kommune getragene Fahrzeuge mit begrenztem Angebotsumfang (z.B. bestimmte Fahrtage pro Woche) verkehren auf Vorbestellung, meist von Tür zu Tür. Häufig oder ausschließlich für bestimmte Gruppen (z. B. Senioren) oder Zwecke (z. B. Einkäufe) und meist in Sammelfahrten (Zusammenfassen von Fahrtwünschen). Der Fahrdienst ist genehmigungsfrei und wird über Spenden oder Unkostenbeiträge finanziert.

PKW-Bürgerfahrdienst – bedarfsgesteuerter Fahrdienst mit privaten Fahrzeugen
Ehrenamtliche fahren nach Vorbestellung mit dem eigenen PKW bestimmte Gruppen (z. B. Senioren) zu bestimmten Zwecken (z. B. Einkäufe) von Tür zu Tür. Es handelt sich hauptsächlich um Einzelbeförderungen. Der Fahrdienst ist genehmigungsfrei und wird über Spenden oder Unkostenbeiträge finanziert.

Gemeindebus – Kleinbus, der für Gruppenfahrten verliehen oder vermietet wird
Die Gemeinde, Bürgerstiftung oder ein Träger stellt einen Kleinbus zur Verfügung. Nutzungsberechtigt sind örtliche Vereine und teils auch Einzelpersonen. So können z.B. Fahrzeuge von Fahrdiensten sinnvoll in eine Zweitnutzung übernommen werden. Der Gemeindebus ist kein öffentliches Verkehrsangebot und er ist nicht für Einzelpersonen buchbar. Die Kostenerstattung erfolgt gemäß der Nutzungsbedingungen Beim Aufbau von Initiativen des Ehrenamts im Umfeld von Pflege und häuslicher Betreuung zählten Fahrdienste seit Beginn der Förderung 2009 zu einem interessanten und erfolgreichen Typ von Angeboten. Sie treffen auf Bedürfnisse bei Nutzerinnen und Nutzer wie auf Bereitschaft bei Freiwilligen. Sie bringen Gewinne für alle Seiten und schaffen sichtbare Daseinsqualität in einer Kommune.

Es gibt kaum Barrieren gegenüber solchen Unterstützungsangeboten. Dadurch eignen sie sich besonders gut als Start von bürgerschaftlicher Infrastruktur für ein Leben zu Hause mit Unterstützung. Für die Kommune ist der Nutzen leicht darstellbar und stellt sich meist nach überschaubarer Zeit ein. Die notwendige Ko-Finanzierung kann dadurch leichter erreicht werden.

Ulm: Flitzerle - Einkaufen leicht gemacht

Fahrservice für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen

"Ich müsste Einkaufen aber ich schaffe es heute nicht.", so hörten es die Ulmer immer wieder, von älteren Menschen. Die Beine wollen nicht mehr, volle Einkaufstaschen sind viel zu schwer, das Atmen ist beschwerlich - für viele Ältere und gehbehinderte Menschen ein Ding der Unmöglichkeit! Einkaufszentren, Supermärkte gibt es genügend in den Randbezirken - dies geht aber nur mit Bus und Straßenbahn oder einem Auto - ein Problem für alle die nicht (mehr) Autofahren oder gar keines mehr besitzen. Ein längerer Fußweg ist oft ein unüberwindbares Hindernis. Das Flitzerle soll noch eine weitere, aber genau so wichtige Funktion erfüllen: Einkaufen gehen hat eine soziale Komponente, besonders, wenn man älter ist und nahe an der Vereinsamung. Der Fahrservice soll deshalb auch helfen, Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen.

Zielgruppe:
Menschen, die gesundheitlich bzw. mobilitätseingeschränkt sind, deren finanzielle Mittel knapp sind und die sich kein Taxi leisten können oder keine andere Unterstützung haben. Ältere Menschen, die weiterhin selbst einkaufen und soziale Kontakte pflegen wollen.

Projektziel:
Freiwillige SeniorInnen fahren ältere und mobilitätseingeschränkte Personen auf den Markt, ins Einkaufszentrum oder zum Laden in der Nachbarschaft und später wieder nach Hause. Bei Bedarf werden volle Taschen bis zur Türe gebracht. Es geht neben Unterstützung beim Einkaufen und Alltagsdingen wie Arztbesuchen auch um die Ermöglichung von Teilhabe.

Ablauf:
Die Fahrten werden nach räumlichen Gesichtspunkten zusammengestellt. Die Fahrer stellen Ihre Routen selbst zusammen, die Fahrten erfolgen jeweils im Verlauf der Woche.

Kosten:
Kostenloses Angebot für Nutzer. Zur Verfügung steht ein Standfahrzeug aus Spenden finanziert. Die FahrerInnen erhalten eine Aufwandsentschädigung von 8,00 €/Tag.

Besonderheit:
Das Angebot ist sehr schnell umgesetzt worden und gut angelaufen. Die Anbindung und der Aufbau erfolgte durch den Seniorenrat Ulm.

Kontakt:
Helga Gerstmeier
1. Vorsitzende Seniorenrat Ulm
Telefon: 0731 / 723473 (täglich von Montag bis Freitag 8.00 Uhr - 12.00 Uhr)
E-Mail: h.gerstmeier@web.de
www.seniorenratulm.de

Kirchheim: Malteser Hilfsdienst als Einkaufsdienst

Mit dem Projekt "Mobiler Einkaufswagen" reagieren die Malteser auf eine neue Not. Diese zeigt sich in der steigenden Zahl der alleine lebenden älteren Menschen. Gemäß des Leitsatzes "Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen" gehört es zur wichtigsten Aufgabe der Malteser, Menschen in Not zur Seite zu stehen und ihnen entsprechende Hilfsangebote zur Verfügung zu stellen. Bereits vorhandene Dienste sollen miteinander vernetzt, neue Dienste im Bereich der Betreuung von älteren Menschen sollen geschaffen werden.

Kooperationen mit anderen Trägern im Bereich der Altenhilfe sind angestrebt, um die eigenen Dienste sinnvoll zu ergänzen und für den älteren Menschen ein leicht zugängliches Hilfsangebot im lokalen Raum aufzeigen zu können. Mit dem "Mobilen Einkaufswagen" nehmen sich die Malteser den Herausforderungen des demographischen Wandels an,... weil Nähe zahlt.

Zielgruppe:
Ältere Menschen, die nicht mehr selbständig ihren Einkauf erledigen können. Dies ist der Fall, wenn sie nicht mehr selbständig Auto fahren können und die Hilfe von Angehörigen nicht durchgängig in Anspruch genommen werden kann. Der Großteil der Teilnehmer ist in ihrer Mobilität eingeschränkt, auf Hilfsmittel angewiesen und kann das eigene Wohnumfeld nicht selbständig verlassen.

Projektziel:
Selbstbestimmtes Einkaufen, Förderung sozialer Kontakte, Unabhängigkeit im Alltag, Ggf. Entlastung von pflegenden Angehörigen

Ablauf:
Die SeniorInnen werden von zu Hause abgeholt und in das ca. 35 km entfernte Einkaufscenter gefahren. In diesem Einkaufscenter gibt es ein großes Angebot für den täglichen Bedarf. Diese sind zum Beispiel verschiedene Supermärkte, Apotheke, Post, Getränkehändler, Drogerie, Friseur, Mode/Schuhgeschäfte usw. Die gemeinsame Fahrt eröffnet den SeniorInnen die Möglichkeit zum Austausch des Erlebten. Als Abschluss des gemeinsamen Einkaufserlebnisses, nehmen die Teilnehmer die Möglichkeit wahr, sich im Café bei einem Plausch auszutauschen. Anschließend werden die SeniorInnen nach Hause gefahren. Hier besteht die Möglichkeit, dass schwere Einkäufe direkt in die Häuslichkeit getragen werden.

Kosten:
Das Angebot ist kostenlos

Besonderheit:
Begleitetes Einkaufen als gemeinsames Erlebnis steht im Vordergrund, allerdings nur für eine kleine Gruppe. Angebunden an Träger.

Kontakt:
Heike Nägelein
Dienststellenleiterin
Malteser Hilfsdienst e.V. - Dienststelle Kirchheim - Bezirk Stuttgart Hans-Böckler-Str. 1, 73230 Kirchheim unter Teck
Telefon: 07021 / 95052-0
E-mail: Heike.Naegelein@malteser.org
Web: www.malteser.de

Schwäbisch Gmünd: Einkaufsdienst – „Gmünder Radler“

Der "GMÜNDER RADLER" bringt die Einkäufe per Fahrrad ins Haus. Schnell und zuverlässig, bei jedem Wetter, umweltfreundlich, am Stau vorbei.

Zielgruppe:
Menschen, die möglichst lange in den eigenen vier Wänden und in der vertrauten Umgebung leben zu können und ihren Einkauf nicht mehr selbstständig erledigen können.

Projektziel:
Älteren Menschen einen weiteren Schritt zur Selbständigkeit im Alter zu ermöglichen.

Ablauf:
Bestellungen werden telefonisch bei einem der Kooperationspartner getätigt. Dieser stellt die Bestellung zusammen und informiert den Gmünder Radler. Einkäufe bis 20 kg (keine Getränkekisten) werden angenommen. Für 4,00 € im Kernstadtbereich, bzw. für 6,00 € in den Randbezirken werden die bestellten Einkäufe ins Haus gebracht. Bis zu 50,00 € für den Einkauf können ausgelegt werden.

Kosten:
Der Bestellwert wird von dem Nutzer selbst bezahlt. Es fallen keine weiteren Kosten an. Besonderheiten: eine alternative Form der Unterstützung, die gezielt Radler als Freiwillige aktiviert verbunden mit einem starken Impuls zu Gesundheitsförderung.

Kontakt:
Birgit Schmidt
Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd
Amt für Familie und Soziales
Koordination Seniorennetzwerk
Geschäftsführung Stadtjugendring
Telefon: 07171 / 8742813
E-Mail: birgit.schmidt@schwaebisch-gmuend.de
www.schwaebisch-gmuend.de



Schwäbisch Gmünd: Fahrdienst/Mobilitäten

Zielgruppe:
Menschen, die älter als 59 Jahre alt sind, die ohne Mobilitätsangebot nur eingeschränkt am sozialen und kulturellen Leben teilnehmen können.

Projektziel:
ältere Menschen werden von Bürgern im Umkreis von ca. 15 km von Schwäbisch Gmünd gefahren.

Ablauf:
Die Fahrer sind mit ihren eigenen PKWs unterwegs. Die Versicherung ist über die Stadt bei der WGV abgedeckt.

Kosten:
Die Fahrgäste bezahlen direkt beim Fahrer, nach einem gestaffelten System.Sie bezahlen 0,12 € pro gefahrenen Kilometer (erst ab Zustieg, also Anfahrt bezahlen sie nicht) und eine sogenannte Ehrenamtspauschale, die sich nach der Länge der gefahrenen Strecke richtet. Abgedeckt werden dadurch lediglich die Benzinkosten.

Besonderheit:
Ein kommunal angebundener Fahrdienst auf der Grundlage privater PKW`s mit einer rasanten Ausweitung. Ein Konflikt mit Taxiunternehmen wurde bereits ausgestanden. Alle Versicherungsrechtlichen Fragen wurden elegant gelöst.

Kontakt:
Claudia Stegmaier-Bareiss
Telefon: 0174 / 1512087 (täglich von Montag bis Freitag 9.00 Uhr - 11.00 Uhr) www.schwaebisch-gmuend.de

Schwäbisch Gmünder Fahrdienst

Zielgruppe:
Menschen, die älter als 59 Jahre alt sind, die ohne Mobilitätsangebot nur eingeschränkt am sozialen und kulturellen Leben teilnehmen können.

Projektziel:
ältere Menschen werden von Bürgern im Umkreis von ca. 15 km von Schwäbisch Gmünd gefahren.

Ablauf:
Die Fahrer sind mit ihren eigenen PKWs unterwegs. Die Versicherung ist über die Stadt bei der WGV abgedeckt.

Kosten:
Die Fahrgäste bezahlen direkt beim Fahrer, nach einem gestaffelten System.Sie bezahlen 0,12 € pro gefahrenen Kilometer (erst ab Zustieg, also Anfahrt bezahlen sie nicht) und eine sogenannte Ehrenamtspauschale, die sich nach der Länge der gefahrenen Strecke richtet. Abgedeckt werden dadurch lediglich die Benzinkosten.

Besonderheit:
Ein kommunal angebundener Fahrdienst auf der Grundlage privater PKW`s mit einer rasanten Ausweitung. Ein Konflikt mit Taxiunternehmen wurde bereits ausgestanden. Alle Versicherungsrechtlichen Fragen wurden elegant gelöst.

Kontakt:
Claudia Stegmaier-Bareiss
Telefon: 0174 / 1512087 (täglich von Montag bis Freitag 9.00 Uhr - 11.00 Uhr) www.schwaebisch-gmuend.de

Kusterdingen: Bürgerfahrdienst für die Gemeinde Kusterdingen

Zielgruppe:
Senioren mit Mobilitätsproblemen aus 5 Teilorten (80% des Fahrgastaufkommens).

Projektziel:
Verbesserung der Situation von Bürgerinnen und Bürger mit eingeschränkter Mobilität durch ein sog. Bürgerauto auf der Grundlage eines Beschlusses des Verwaltungsausschusses. Die Fahrgäste erhalten die Möglichkeit einzukaufen, zum Arzt gefahren zu werden, auf die Bank, auf den Friedhof zur Musikschule, zum Sport zu kommen, Besuche zu machen.

Ablauf:
Die ehrenamtlichen FahrerInnen des Bürgerautos der Gemeinde Kusterdingen holen die SeniorInnen von Zuhause ab und fahren sie an ihr Ziel, auf Wunsch auch wieder zurück. Kosten: Das Angebot ist kostenlos und gilt an Werktagen. Spenden werden angenommen. Besonderheit: Das Projekt ist eine interessante kommunale Nahverkehrslösung in einer Stadt mit einigen Hügeln. Es ist im Umfeld der offenen Seniorenarbeit angesiedelt und wird sehr gut angenommen. Das Projekt ist nicht nur auf Versorgung, sondern auch auf Teilhabe ausgerichtet durch z.B. die Beteiligung an offenen Seniorenangeboten.

Kontakt:
Elisabeth Heinz-Günther
Gemeinde Kusterdingen
Senioren- und Gemeinwesenarbeit
Telefon 07071 / 367153
E-Mail: seniorenarbeit@kusterdingen.de
www.kusterdingen.de

Leinfelden-Echterdingen: Einkaufsmobil S´FlitzerLE – Einkaufen leicht gemacht!

Zielgruppe:
Hochbetagte ältere Menschen und/oder Menschen mit Gehbehinderung. Diese benötigen Hilfe beim Einkaufen, da sie schlecht zu Fuß sind sowie die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu beschwerlich ist. Das Einkaufsmobil wurde im letzten Jahr von exakt 400 Personen aus LE in Anspruch genommen.

Projektziel:
Einkaufen leicht gemacht - Abholung und Begleitung bei Einkäufen durch geschulte Fahrer mit einem PKW.

Ablauf:
Ältere Bürger aus Leinfelden-Echterdingen werden zu Hause abgeholt und nach Wunsch dorthin gefahren, wo sie ihre Einkäufe erledigen möchten. Unterstützung beim Ein- und Aussteigen so­wie beim Tragen der Einkäufe bis zur Wohnungstüre ist für die Fahrer selbstverständlich. Auf Wunsch kann eine Begleitung beim Einkaufen gestellt werden, wenn z.B. das Lesen zu beschwerlich geworden ist oder auch das Einkaufen als solches.

Kosten:
Das Angebot ist kostenlos.

Besonderheit:
Das Einkaufsmobil in Leinfelden-Echterdingen ist der älteste geförderte kommunal organisierte Fahrdienst mit Hilfe eines gesponserten Busses. Im Projekt konnten viele Erfahrung mit Inanspruchnahme und unterschiedlichen Zielgruppen gemacht werden.

Kontakt:
Meike Rubesch
Stadtverwaltung Leinfelden-Echterdingen
Amt für soziale Dienste / Seniorenfachberatung
Telefon: 0711 / 1600299
E-Mail: m.rubesch@le-mail.de
www.leinfelden-echterdingen.de

Erste Erkenntnisse aus den nach SGB XI §45d geförderten Projekten

Neben den genannten Fahrdiensten gibt es auch im Rahmen von Seniorennetzwerken zahlreiche nicht ausdrücklich genannte Mobilitätshilfen.

Die im Newsletter vorgestellten Fahrdienste unterscheiden sich durch eine eigenständige und stabile Organisation. Es ist eindrücklich, wie vielfältig die Varianten sind (mit privatem PKW, mit extra dafür gesponserten Fahrzeugen, mit kommunal bereit gestellten Fahrzeugen).

Meistens wird versucht, die Hürden einer speziellen Fahrzeugbeförderung zu umgehen. Die auftretenden Konflikte mit den kommerziellen Beförderern sind die wichtigsten Sorgen bei der Projektentwicklung.

Auch die Themen bzgl. Haftung und Versicherungsschutz werfen immer wieder Fragen auf, die sich aus den Randbedingungen von Nahverkehr und Ehrenamt ergeben. Im Einzelnen geht es um unterschiedliche Aspekte: Schutz der Fahrgäste bei Unfällen und Schutz des ehrenamtlichen Fahrpersonals bei Arbeitsunfällen und bezüglich Haftungsrisiken, Haftung des Rechtsträgers und dem grundsätzlichen Versicherungsschutz für das Fahrzeug. Alle Fahrdienste haben das Haftungsproblem erfolgreich bearbeitet.

Die wichtigste Zielsetzung ist der Erhalt der Selbständigkeit durch Sicherung der Versorgung und Teilhabe. Auch dies wird sehr unterschiedlich umgesetzt. Spannenderweise scheint die Organisation und Erhaltung der Mobilität ein Bereich zu sein, in dem erstmals vorwiegend Männer im Umfeld von Pflege und Betreuung aktiv werden.

Termine für Workshops zu ergänzenden Mobilitätsangeboten

Das Thema Mobilität im Ländlichen Raum liegt Ihnen am Herzen? Sie interessieren sich für ehrenamtliche Mobilitätsangebote und haben praktische Fragen? Gibt es bei Ihnen vor Ort bereits Initiativen in diesem Bereich? Das Land Baden-Württemberg will gezielt neue Impulse setzen, um den öffentlichen Verkehr auch in ländlichen Regionen zukunftsfähig zu machen. Es setzt dabei auf die Zusammenarbeit mit den Aufgabenträgern und Kommunen sowie auf eine intelligente Kombination weiterentwickelter ÖPNV-Konzepte mit neuen Ideen. Dabei kommt gut durchdachten und innovativen Angeboten, die den bestehenden Verkehr bürgerfreundlich ergänzen und gleichzeitig Luftschadstoffe und Lärmemissionen verringern, besonders große Bedeutung zu.

Zu diesem Thema bietet die Akademie Ländlicher Raum eine Reihe von Praxisworkshops an. In überschaubarer Runde haben Sie dort die Gelegenheit, fachkundigen Referenten Ihre Fragen zu stellen. Wichtige Themen werden in Kleingruppen ausführlich diskutiert. Gern können Sie Ihre bisherigen Ideen mitbringen und im Dialog weiterentwickeln.

Termine

22.04.2016   Villingen-Schwenningen
Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis, Großer Sitzungssaal
Am Hoptbühl 2, 78048 Villingen-Schwenningen
     
22.04.2016   Heidelberg
Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis, Sitzungssaal (5. OG)
Kurfürsten-Anlage 38-40, 69115 Heidelberg

Impressum

Anbieterangaben nach §5 Telemediengesetz (TMG):
Martin Link
Leiter des Paritätischen Bildungswerks LV Baden-Württemberg
Hauptstraße 28
D-70563 Stuttgart (Vaihingen)

Telefon: 0711/21 55-192
Telefax: 0711/21 55-190
E-Mail: info@bildungswerk.paritaet-bw.de
Internet: www.bildungswerk.paritaet-bw.de

Inhaltliche Verantwortung gemäß § 5 TMG:
Martin Link

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